Thüringens Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) reist derzeit mit einer Wirtschaftsdelegation durch Argentinien und Brasilien, um neue Absatzmärkte im Rahmen des Mercosur-Abkommens zu erschließen. Der Antrag der Regierungsfraktionen CDU, BSW und SPD „Mercosur als Chance für Thüringen begreifen und gestalten“ (Drucksache 8/3724) ist jedoch am 26. Juni 2026 im Thüringer Landtag gescheitert. Bereits die Überweisung in den zuständigen Ausschuss wurde mit 39 zu 30 Stimmen abgelehnt; anschließend fand auch der Antrag selbst keine Mehrheit.

Melanie Berger, landwirtschaftspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, kritisiert die einseitige Export-Euphorie und fordert einen wirksamen Schutz der heimischen Landwirtschaft.

»Der Mercosur-Jubelantrag der Brombeerkoalition ist im Thüringer Landtag krachend gescheitert, doch Ministerin Boos-John geht in Südamerika auf Werbetour, als wäre nichts gewesen. Neue Märkte für unsere Industrie sind willkommen, aber Thüringens Landwirte sind keine Verhandlungsmasse für internationale Handelsinteressen.

Während unsere Bauern mit hohen Kosten, Bürokratiewahnsinn und strengen Auflagen kämpfen, droht ihnen durch zusätzliche Agrarimporte weiterer Preisdruck – Frau Boos-John muss deshalb gegenüber Bund und EU auf verbindliche Wettbewerbsstandards und wirksame Importkontrollen drängen. Thüringens Landwirtschaft braucht keine Export-Euphorie auf ihre Kosten, sondern eine Ministerin, die ihre Interessen konsequent verteidigt.«